Text zum Werk
Seit den 1990er Jahren schafft Wilhem Mundt die fortlaufende Serie der "Trash Stones". Jeder Trash Stone entsteht aus Abfallmaterialien aus Mundts Atelier oder aus der Kunstproduktion (alte Arbeiten, Skizzen, Farbreste, Holz, Metall, Kunsstoffe, andere Gegenstände...) Diese Reste werden zu einer kompakten Form zusammengefügt und anschließend mit einer glatten, oft farbigen Polyester-, Lack- oder Metallschicht überzogen.
Was im Enstehungsprozess den Kern der Arbeit bildete, bleibt damit verborgen. Die äußerliche Form, die amorph futuristisch erscheint, lässt nicht mehr darauf schließen, was sich im inneren befinden könnte. Das Objekt wirkt kostbar, mysteriös und makellos. Eine Hülle, die ein inneres Chaos, einen Ballast, dessen sich entledigt wurde, verbirgt - eine Zeitkapsel, die ihren Inhalt nicht mehr preisgeben wird.
Wie jede der Arbeiten, trägt auch Trash Stone #693 eine eindeutige Nummer im Titel.
Zur Person
geboren 1959 in Grevenbroich
lebt und arbeitet in Düsseldorf
Der deutsche Bildhauer Wilhem Mundt studierte von 1979 bis 1986 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg, Irmin Kamp und Klaus Rinke.
Bekannt wurde Mundt vor allem durch seine Serie der sogenannten "Trashstones", der er sich seit 1988/89 fast ausschließlich widmet. Diese Trashstones erscheinen in verschiedenen Größen und Materialien. Gemein ist allen Werken, dass sie im Innersten ein Objekt, Überbleibsel oder Fundstück verbergen, dessen Identität sie nicht mehr frei geben. Einzig der Künstler weiß, was die amorphe Hülle aus Aluminium oder Glasfaser in sich aufgenommen hat. Auch die Titel der Arbeiten geben nichts preis, sie sind nur fortlaufende Nummern, deren Beginn 001 war.
Seit 2009 hat Mundt eine Professur für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden inne.